ERP Software

ERP Software hat sich in den letzten Jahren zur Standardlösung entwickelt, die in praktisch allen größeren Unternehmen zum Einsatz kommt. Die beiden wesentlichen Tendenzen des Softwaremarktes haben auch vor den ERP Systemen nicht halt gemacht: Neben den klassischen universellen Systeme tauchen vermehrt branchenspezifische Lösungen auf. Außerdem weichen die früheren Mainframe-Strukturen allmählich webbasierten Systemen, die sich durch hohe Flexibilität auszeichnen.

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ERP Software – die große Vereinheitlichung
Enterprise Resource Planning ist selbstverständlich keine neue Aufgabe. Seit es Unternehmen gibt, ist die Planung der optimalen Nutzung der Unternehmensressourcen die zentrale Herausforderung jeder Unternehmensführung. Mit dem Auftauchen der ersten brauchbaren Datenbanken tauchten auch die Resource Planning Systeme als Insellösungen für einzelne Unternehmensbereiche auf. Für nahezu alle Bereiche, von der Lagerwirtschaft über den Einkauf und den Vertrieb bis zur Produktionsplanung, standen schon sehr bald Softwarelösungen zur Verfügung. Die wesentliche Aufgabe einer ERP Lösung bestand darin, die Datenbestände zusammenzuführen. Der anzustrebende Idealzustand sieht dabei in etwa so aus: Der Vertrieb akquiriert einen neuen Auftrag und der Einkauf, der Personalbereich, das Lager, die Produktion, die Logistik und alle anderen Bereiche wissen sofort, wann sie welche Ressourcen bereitstellen müssen.

Aller Anfang ist schwer – aber es lohnt sich!
Die Einführung einer ERP Software im Unternehmen ist ein zeit- und kostenintensives Großprojekt. Am Anfang steht die Definition eines Pflichtenhefts, in dem sämtliche Aufgaben definiert werden, die das ERP System übernehmen soll. Ebenfalls aufwändig gestaltet sich das Customizing der ERP Software, also die Anpassung an die eigene Unternehmensstruktur. Anschließend steht die Programmierung der Schnittstellen an, um Daten aus allen bisher eingesetzten Systemen importieren zu können. Für Standarddatenformate sehen die ERP Lösungen entsprechende Importfunktionen vor, aber selbst entwickelte Applikationen oder Mainframe-Programme erfordern oft individuell programmierte Schnittstellen. Und selbstverständlich stehen auch die bei jeder Softwareeinführung nötigen Schulungen an. Ein gelegentlich übersehener Schritt ist das Entfernen der abgelösten alten Programme von allen Rechnern. Der Mensch hält gerne am Gewohnten fest und niemand kann genau sagen, wie viele Daten schon in Terminalemulationen eingegeben wurden, die schon lange mit nichts mehr verbunden waren!

Die Zukunft hat auch für ERP Software schon begonnen
Cloudbasierte ERP Lösungen erweitern die Grenzen der Systeme über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinaus. Insbesondere im B2B-Bereich können Kunden mit einbezogen werden, die selbst Bestellungen in das System eingeben. Auch die Planung der Ressourcen endet in einer vernetzten Ökonomie nicht am eignen Werkstor. Zulieferer entlang der gesamten Wertschöpfungskette können in die Planung einbezogen werden, wodurch sich neue Möglichkeiten der „Just in Time Production“ ergeben. Es ist heute schon absehbar, dass sich mittelständische Zulieferer von Großbetrieben diesem Trend nicht werden verweigern können. Es wird zum Beispiel selbstverständlich sein, dass Automobilkonzerne jederzeit Zugriff auf die Lagerbestände und freien Produktionskapazitäten ihrer Zulieferer verlangen. Dies wird nur ein weiterer Schritt auf dem Weg der Minimierung der eignen Lagerkosten sein.