Bauführer: ein vielseitiges, verantwortliches Berufsfeld mit Zukunft

Bauführer übernehmen für die Bauunternehmung koordinierende und überwachende Aufgaben auf einer Baustelle. Die verantwortungsvolle Arbeit erfordert ein soziales und verantwortungsvolles Naturell. Inhaltliche Kompetenzen für diesen Beruf erwirbt man in der Schweiz auf einer Bauführerschule.

Was macht ein Bauführer?
Viele Menschen verwechseln Bauleiter mit Bauführer. Während ersterer im Dienste eines Ingenieurbüros angestellt oder freiberuflich tätig ist, arbeitet der Bauführer grundsätzlich für die Baufirma. Hier ist er dafür zuständig, dass auf einer Baustelle oder Teile einer Baustelle alle Abläufe nach Planung ablaufen.

Dabei kann das Tätigkeitsfeld unterschiedlich aussehen. Bauführer arbeiten im Hoch- und Tiefbau, im Verkehrswege- und Holzbau, im Landschafts- und Gartenbau. Ihre Aufgaben sind ausgesprochen vielseitig. Teilweise sind Bauführer im Vorfeld schon für Akquise zuständig. In der Regel umfasst die Arbeit jedoch administrative Aufgaben, die Organisation von Menschen und Maschinen für eine Baustelle, das Überwachen und Überprüfen von Umsetzung der Vorgaben sowie die terminliche Steuerung von Abläufen. Laufen Dinge schief, leitet der an einer Bauführerschule ausgebildete Techniker entsprechende Massnahmen ein, damit die Baustelle wieder laufen kann.

Beruf Bauführer
Bauführer werden in der Schweiz an Bauführerschulen mit spezifischen Vertiefungen ausgebildet. Wählbare Bereiche sind Hoch-, Tief-, Holz-, Garten- und Landschaftsbau.

Es gibt die Möglichkeit, Bauführer berufsbegleitend zwei oder drei Jahre zu erlernen. Ebenso besteht die Wahl, die Ausbildung in Vollzeit während eines Zeitraums von 23 bis 37 Wochen zu absolvieren. Bei jeder Bauführerschule ist ein Pratikum von mehreren Monaten integriert. Dieses dient dazu, die reale Arbeit vor Ort kennenzulernen und Erlerntes anzuwenden.

Mit Abschluss der Ausbildung erwerben Frauen und Männer den eidgenössisch anerkannten Titel einer Diplomierten Technikerin, eines Diplomierten Technikers HF Bauführung.

Die Ausbildung richtet sich etwa an praxiserfahrene Maurer, eidgenössisch geprüfte Poliere, Grund- und Strassenbauer. Dabei wird, unabhängig von der Fachrichtung, mindestens ein Jahr Berufspraxis erwartet sowie eine abgeschlossene Grundbildung. Zusätzlich gibt es an einigen Schulen auch Aufnahmeprüfungen, um die Qualifikationen zu überprüfen. Interessenten sollten sich bei der jeweiligen Schule über die Zulassungsbedingungen informieren. Diese können in Details verschieden sein: An der Gartenbauschule Oeschberg sind die Anforderungen anders als an IBZ-Schulen, der Schweizerischen Bauschule in Aarau oder im Campus Sursee.

Interessant ist zusätzlich die Möglichkeit, die Höhere Fachprüfung zum Diplomierten Baumeister oder der Diplomierten Baumeisterin abzulegen.

Kompetenzen und Aufgabenfelder
Bauführer/ innen sollten ein ausgeprägtes Gefühl für Verantwortung besitzen. In ihrer Hand liegt, dass eine Baustelle läuft, Termine eingehalten und Abläufe perfekt koordiniert werden.

Da Bauführer mit Maschinen und Menschen zu tun haben, ist soziale Kompetenz von grosser Bedeutung. Wie werden Arbeiter eingesetzt, angewiesen, überprüft? Wie kommuniziert man miteinander?

Der Bauführer hat dies zu verantworten und sollte sowohl auf der Baustelle, als auch mit Auftraggebern sicher und freundlich verhandeln können. Da Baustellen nicht immer reibungslos funktionieren, muss sich ein Bauführer durchsetzen können. Doch auch administrative Aufgaben sind zu bewältigen. Hier sollte der Bauführer sprachlich versiert sein und eine gute Auffassungsgabe besitzen. So erkennt er beispielsweise auf Plänen schnell Mängel.

Auf der Bauführerschule werden diese praktischen und theoretischen Fähigkeiten vermittelt: Bauführer ist ein komplexer, vielseitiger, abwechslungsreicher und gut bezahlter Beruf mit Perspektive!